S

Im Folgenden jene Begriffe unter dem Buchstaben S

Schacht
eine Öffnung, welche von Oben nieder durch das Gestein, oder Gebirge gesunken wird, um entweder Wetter in die Grube zu schaffen, oder Erz und Berge auszufördern, oder die Kunst hinein zu richten, oder darinnen aus- und einzufahren. In Ansehung der Absicht, in welcher ein Schacht gesunken wird, und anderer Umstände, wird auch derselbe anders benannt, als Förderschacht.

Bergmännisches Woerterbuch darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten erklaeret und zugleich die Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden. Chemnitz, bey Johann Christoph Stößel, 1778.

 

Schacht
Eine von der Erdoberfläche senk­recht oder stark geneigt in die Tiefe geführ­te, meist ausgebaute Röhre, über die ein­gefahren wird, Erz oder Berge ausgefördert werden. Es werden Förderschacht, Fahr­schacht (worin die Bergleute ein- und aus­fahren), Kunstschacht (in dem das Kunst­gestänge und die Pumpen zur Wasserför­derung laufen), Fundschacht, Richtschacht, Schmiedeschacht (der Markscheider wegen abgeteuft), Treibeschacht (in dem durch Pferde oder Kehrräder Erz und Berge ge­fördert wird), Bremmerschacht (geteilter Schacht, in dem das Seil nicht durchgängig ist), Wetterschacht (dient der Bewetterung der Grubenbaue), etc. unterschieden.

Faust, Wolfgang: Bergmännische Begriffe, Eine Auswahl historischer und gebräuchlicher Begriffe aus dem Montan- und Hüttenwesen, Dresden 1997.

Stollen, im Sächs. auch Stolln
Sohlig oder nahezu sohlig, d.h. horizontal (mit 0,3-1,5 % Stei­gung) von der Erdoberfläche aus in den Berg getriebene Grubenbaue. Sie dienten der Entwässerung, Bewetterung und er­laubten eine gegenüber der vertikalen För­derung kostengünstigere Förderung und Fahrung.

Faust, Wolfgang: Bergmännische Begriffe, Eine Auswahl historischer und gebräuchlicher Begriffe aus dem Montan- und Hüttenwesen, Dresden 1997.

Stolln, […], ein Durchgang, unterirdischer Gang, […], ist eine lange, gleich einem Kellerhals in das Gebirge getriebene Öffnung, welche fünf viertel Lachter hoch und eine halbe Lachter weit, mit der Sohle, dergestalt, daß sie nicht ungebührlich, und in 100. Lachtern über ein halb Lachter ansteigt, jedoch auch die Wasser ablaufen, getrieben, mit tüchtiger Tragwerk versehen wird, wobei das Rundloch offen sein, und er die gehörige Teufe einbringen soll, anserdem er vor einem wahren Stolln nicht erkannt wird.

Bergmännisches Woerterbuch darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten erklaeret und zugleich die Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden. Chemnitz, bey Johann Christoph Stößel, 1778.

 

 

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